Oktober-Brief

Oktober 2025

Guten Morgen,

herzlich willkommen im Abenteuer Schulentwicklung. Abenteuer sind verbunden mit ungeahnten Freiheiten, Neugierde und der Chance, noch Unbekanntes zu entdecken. Der erfolgreiche Umgang mit Ungewissheit, das Meistern von Herausforderungen, die Bewältigung von Risiken und das Sammeln neuer Erfahrungen können uns bereichern und glücklich machen. Es ist auch eine Gelegenheit, sich selbst zu entdecken.

Abenteuer erlebt man meist in einer Gruppe von Gefährtinnen und Gefährten. Es ist Teil des Abenteuers, die passende Wegbegleitung zu finden, soziale Verbindungen einzugehen und am gemeinsamen Tun zu wachsen. Diese Homepage und ihr Autor wollen zu den Wegbegleiterinnen und -begleitern gehören.

Freude sollen hier alle finden, die in irgendeiner Weise mit dem Aufbau inklusiver Schulen zu tun haben, also nicht nur diejenigen, die aus beruflichen Gründen als pädagogisch Tätige damit zu tun haben. Allerdings wünsche ich mir, dass insbesondere diejenigen, die an der Ausbildung von Lehrkräften beteiligt sind, hier Anregungen finden. Sie sollen schließlich die zukünftigen Entdeckerinnen, Pionierinnen, Wanderinnen, all die Reisenden durch die pädagogische Landschaft, auf die notwendige Entdeckungsreise im unentdeckten Land der Inklusion vorbereiten.

Der Begriff „Schulentwicklung“ ist unbestimmt, diffus und dadurch sehr verschwommen. Das zwingt, den Kern des Abenteuers genauer zu bestimmen. Es geht nämlich nicht darum, ein paar Kinder mit zugeschriebener Behinderung in die Regelschulen aufzunehmen. Darin besteht eines der größten Missverständnisse bezüglich des Aufbaus inklusiver Schulen. Alle Menschen sind verschieden. Das weiß im Alltag jeder. Und darum geht es, um den Aufbau von „Schulen der selbstverständlichen Verschiedenheit“. Im Aufbau solcher Schulen liegt das größte gesellschaftspolitische und auch schulische Abenteuer unserer Zeit.

Inklusion stellt die traditionellen Gewissheiten des deutschen Bildungswesens in Frage. Darüber hinaus entdeckte die New York Times im März 2025 das Wort „Inklusion“ als eines, das zu einer Liste von rund 200 Wörtern gehört, die die Trump-Administration aus den offiziellen Mitteilungen der Regierung entfernen will. Inklusion ist keine Nebensache. Inklusive Schulentwicklung gehört zu den zentralen Aspekten, die insbesondere in der aktuellen Phase hoher politischer Polarisierung bedeutend sind für den Aufbau resilienter demokratischer Handlungskompetenzen. Das Thema zählt deshalb auch aus diesen Gründen zu den Angelegenheiten, über die wir diskutieren müssen. 

Im Frühjahr 2025 konnte ich mein erstes Buch zu dieser Thematik fertigstellen. In ihm finden sich viele der gedanklichen Grundlagen, die für alle Veröffentlichungen auf dieser Seite relevant sind. 

Joachim Wolff