Oktober-Brief

Betreff: Inklusion, unsere gemeinsame demokratische Kernaufgabe

Guten Morgen,

niemand zweifelt an der Wirkung von Wörtern. Ich möchte daher gleich zu Beginn eine persönliche Anmerkung machen: Es ärgert mich, wenn Texte mit der entsprechenden Fußnote im generischen Maskulinum verfasst werden und alle mitgemeint sind. Diese Fußnote verändert nichts. Ich verwende zur besseren Lesbarkeit auf dieser Homepage das generische Femininum und meine damit selbstverständlich auch alle Geschlechter. Manche wird einen Unterschied spüren.

 

Und nun herzlich willkommen im Abenteuer Schulentwicklung. Abenteuer sind verbunden mit ungeahnten Freiheiten, Neugierde und der Chance, noch Unbekanntes zu entdecken. Der erfolgreiche Umgang mit Ungewissheit, das Meistern von Herausforderungen, die Bewältigung von Risiken und das Sammeln neuer Erfahrungen können uns bereichern und glücklich machen. Es ist eine Gelegenheit, sich selbst zu entdecken.

 

Abenteuer erlebt man meist in einer Gruppe von Gefährtinnen. Es ist Teil des Abenteuers, die passenden Wegbegleiterinnen zu finden, soziale Verbindungen einzugehen und am gemeinsamen Tun zu wachsen. Diese Homepage will eine der Wegbegleiterinnen sein.

 

Freude sollen hier alle finden, die in irgendeiner Weise mit dem Aufbau inklusiver Schulen zu tun haben, nicht nur diejenigen, die als pädagogisch Tätige von Berufswegen Abenteurerinnen sind. Allerdings richtet sie sich insbesondere an alle diejenigen, die an der Ausbildung von Lehrkräften beteiligt sind. Sie sollen schließlich die zukünftigen Entdeckerinnen, Pionierinnen, Wanderinnen, all die Reisenden durch die pädagogische Landschaft, auf Erkundungen im unentdeckten Land vorbereiten.

 

Der Begriff „Schulentwicklung“ ist unbestimmt, diffus und dadurch sehr verschwommen. Das zwingt, den Kern des Abenteuers genauer zu bestimmen. Der wichtigste und bedeutendste Schulreformauftrag seit Einführung der Grundschule mit dem Reichsgrundschulgesetz vom April 1920 wurde durch die UN-Behindertenrechtskonvention ausgelöst. Mit der Unterzeichnung der Konvention durch die Bundesrepublik Deutschland im März 2007 entstand der Auftrag zur Schaffung inklusiver Schulen. In deren Aufbau liegt das größte gesellschaftspolitische und auch schulische Abenteuer unserer Zeit.

 

Inklusion stellt die traditionellen Gewissheiten des deutschen Bildungswesens in Frage. Darüber hinaus entdeckte die New York Times im März 2025 das Wort „Inklusion“ als eines, das zu einer Liste von rund 200 Wörtern gehört, die die Trump-Administration aus den offiziellen Mitteilungen der Regierung entfernen will. Inklusion ist keine Nebensache. Inklusive Schulentwicklung gehört zu den zentralen Aspekten, die insbesondere in der aktuellen Phase hoher politischer Polarisierung bedeutend sind für den Aufbau resilienter demokratischer Handlungskompetenzen. Das Thema zählt deshalb zu den Angelegenheiten, über die wir gerade jetzt dringend diskutieren müssen.

 

Im Frühjahr 2025 konnte ich mein erstes Buch zu dieser Thematik fertigstellen. In ihm finden sich die gedanklichen Grundlagen, die für alle Veröffentlichungen auf dieser Seite relevant sind.

 

Herzliche Grüße

Ihr

Joachim Wolff