Inklusive Schulentwicklung: Gemeinsam auf Expedition!
Die Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention beflügelte die Hoffnungen auf eine grundsätzliche Überwindung des aussondernden deutschen Schulwesens. Inzwischen ist die Expedition ins unentdeckte Land der inklusiven Schule seit vielen Jahren unterwegs. Sturm und hohe See haben dem Expeditionsschiff immer wieder zugesetzt.
Seit 1819 beruht das Grundkonzept des deutschen Schulwesens auf Ludolph von Beckedorffs Vorstellung, dass es „nach bisheriger alter Weise, guter Bauern-, Bürger- und Gelehrtenschulen“ bedürfe, in denen die Schüler ihrem Stand gemäß, „(…) von Kindesbeinen an zu ihrer künftigen Bestimmung vorbereitet werden“. Das Expeditionsschiff ist dagegen auf der Suche nach dem Land, in dem man ohne Angst gemeinsam verschieden sein darf.
Ob das Schiff seetüchtig bleibt und die Richtung beibehält, hängt nicht von der Haltung des Kapitäns ab. Die Forderung nach der richtigen Haltung im inklusiven Schulentwicklungsprozess hat leider an vielen Stellen die erforderlichen Veränderungen zu individuellen Problemen gemacht. Die Expedition kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn die Teilnehmenden in sinnvoller und nützlicher Weise zusammenarbeiten.
Manche Reisegefährten sind nach Jahren im Sturm müde und erschöpft. Das ist kein persönliches Versagen. Wo Strukturen versagen, bringt auch die beste Absicht des Einzelnen keine Rettung. Die Belastung von Lehrkräften und den anderen in den Schulen arbeitenden Menschen kann nicht unendlich gedehnt werden. Sie ist endlich. Inklusive Schulentwicklung gelingt da, wo starre Organisationsformen aufgebrochen, echte Teamstrukturen etabliert und dialogorientierte partizipative Lernkulturen aufgebaut werden.
Inklusive Schulentwicklung ist keine moralisch orientierte Systemkorrektur. Die Untersuchung der Umweltkontexte im schulischen Gesamtsystem ist daher die zentrale Aufgabe der Expedition. Die Ökologie der schulischen Entwicklung muss so gestaltet werden, dass im komplexen System Schule für alle Beteiligten erfolgversprechende Gelingensbedingungen entstehen.
Neu hier ...
Betreff: Vom Genuss der Veränderung
Mai 2026
Neuerscheinung bei Beltz Juventus mit einem Beitrag von mir zur Begabungsförderung durch Inklusion:
„Begabungs- und Begabtenförderung in der Ganztagsschule“.
Betreff: Inklusive Schulen mit Arbeitszeitregelungen aus der Kaiserzeit
27.04.2026
siehe: „Über mich“, Ein Artikel der Wirtschaftsförderung Bremerhaven (Wolfgang Heumer: „Alles andere ist Gleichmacherei …“)
Betreff: Paula Modersohn-Becker und das werdende „Ich“ im Lehrberuf
Betreff: Warum Schulen alleine nicht kompetent werden können
Grundsätzliche Texte
20.05.2026:
Zur Praxis schulischer Helferkonferenzen: systemisch gedacht – mentalisierend gestaltet
Schulen stehen täglich vor komplexen Herausforderungen, in denen Hilferufe von Kindern und Jugendlichen hinter Störungen, Leistungsverweigerung oder Rückzug verschwinden…
22.01.2026
In einem fragmentierten System scheitert eine „Schule der selbstverständlichen Verschiedenheit“ nicht an einer vermeintlich unzureichenden „Haltung“ der Lehrkräfte, sondern an fehlenden bzw. unzureichenden strukturellen Veränderungen. Ein Essay.
Oktober 2025
Immer wieder ist zu hören, dass es bei der Verwirklichung der „inklusive Schule“ auf die Haltung der Lehrkräfte ankäme. Sechs kritische Gedanken.
Juni 2025
Schulen der Verschiedenheit | Innenansichten zur Inklusion
Hinweise zu meinem Buch „Aufbruch ins unentdeckte Land: inklusive Schule“.
Gemeinsam den Weg in die Schule der selbstverständlichen Verschiedenheit finden
Diese Homepage ist für alle, die sich Gedanken machen über Schule und …
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